Der Militärhistoriker Wette über die Bundeswehr.

Wette im Interview:

(…) Sie (Ursula v.d Leyen)hat damit bestätigt, was Kritiker seit langem meinen: dass wir in der Bundeswehr ein Strukturproblem haben.

Der Sonntag: Was sich auch bei Kasernennamen feststellen lässt.

Ja. Die Lentkaserne in Rotenburg bei Bremen ist so ein Fall. Frau von der Leyen kam zum berechtigten Schluss, dass der frühere Jagdflieger Helmut Lent keineswegs würdig ist, in der Traditionslinie der Bundeswehr zu stehen. Lent war bekennender Nazi, und er hat zum Endsieg aufgerufen. Die Ministerin stieß aber auf eine immense Gegenwehr: Kommunalpolitik, Offiziere und Soldaten wollten ihren Lent behalten. Da stellt sich die Frage, wie eine solche Mentalität in eine ganze Region reinkommt, dass man einen alten Nazi-Oberst als Namensgeber behalten will. So weit ich weiß, ist das Problem noch nicht gelöst. Das ist bemerkenswert. 1982 hat der damalige Verteidigungsminister Hans Apel einen Traditionserlass herausgegeben, der bis heute gilt. Da steht drin, dass die Wehrmacht nicht traditionswürdig für die Bundeswehr ist. Trotzdem gibt es noch Nazigeneräle als Namensgeber für Kasernen.

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/alles-ein-stueck-weit-nach-rechts-versetzt–147841300.html

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