Die Bundeswehr auf der Suche nach Traditionen

Weiterer Streit um Kasernennamen ist programmiert. Um den Namen Erwin Rommel wird seit Jahren gerungen. Für die einen der Wüstenfuchs mit Heldenstatus, für andere ein Nazi-Scherge. Der Mann kann kein Vorbild sein, sagt SPD Verteidigungspolitiker Rainer Arnold. Doch Ursula von der Leyen hält an Rommel als Namensgeber für deutsche Kasernen fest. Der Ministerin sind andere Namen ein Dorn im Auge. Dem Reservistenverband sagt sie im vergangenen Mai:

“Wir verbannen zu Recht Wehrmachtshelme aus der Stube, doch am Tor der Kaserne stehen nach wie vor Namen wie Hans Joachim Marseille oder Helmut Lent. Beide Namensgeber sind nicht mehr sinnstiftend für die heutige Bundeswehr, sie gehören zu einer Zeit, die für uns nicht vorbildgebend sein kann.”

Eigene Traditionsbildung aus über 60 Jahren Bundeswehr

Von Marseille und Lent, zwei Jagdflieger aus dem 2. Weltkrieg, mit hohen Abschusszahlen, einst Fliegerasse eben mit Heldenstatus. Major Markus Danisch, aus dem Gabelstablerlehrgang an der Führungs-Akademie in Hamburg denkt über Vorbilder nach. Mit seinen 35 Jahren hat er bereits zwei Auslandseinsätze hinter sich, er war in Afghanistan und in Mali. Schwieriges Thema, sagt er, klar gehe es auch um Vorbilder für Soldaten im Kampf.

“Für mich ist es schon wichtig, wie die Kaserne heißt, in der ich diene, weil sie ja letztendlich mein zweites Zuhause ist. Ich fände es schade, wenn alle Kasernen nur nach Regionen oder nach Bundesländern oder was auch immer benannt werden würden, weil es eben militärische Persönlichkeiten gibt, definitiv auch in der Bundeswehr, die es wert sind, tradiert zu werden und die dementsprechend auch einen Kasernennamen erhalten können.”

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