Fälschung enttarnt – Historiker sind Propaganda Magazin aufgesessen

Viele kennen den Mölders-Brief. Beim Möldersbrief handelt es sich um ein gefälschtes Schriftstück, das im Zweiten Weltkrieg durch den britischen Secret Intelligence Service ab Januar 1942, unmittelbar nach dem Unfalltod des populären deutschen Luftwaffenobersts Werner Mölders im Rahmen der psychologischen Kriegsführung in Umlauf gebracht wurde und sich in kürzester Zeit verbreitete. In dem angeblichen Schreiben an einen Stettiner katholischen Propst namens Johst wies sich der Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes und in der NS-Propaganda als „Kriegsheld“ stilisierte Mölders kurz vor seinem Tod scheinbar als gläubiger Katholik mit einer tiefen religiösen Überzeugung aus, der Distanz zum Nationalsozialismus gehalten habe.

Ein ähnlicher Fall wurde heute von Marc Andreßen, aus Rotenburg im Falle des Piloten Helmut Lent aufgedeckt. Ein im Dossier der einer Initiative zur Beibehaltung der Kaserne aufgeführtes Dokument, das auch in einem Gutachten des ZMSBw als “authentischer Zeitungsartikel” verwendet wurde hat sich als Artikel eines US-Propaganda-Blattes aus der Serie “Nachrichten für die Truppe” herausgestellt. Auch hier ist das Narraiv ähnlich: ein hochdekorierter Soldat und Propaganda-Ikone “ounachtet sich” posthum als Christ. Damals solte dies die Strahlkraft der Helden dämpfen, doch auch heut hat man noh Verwendung, wie der Fall Helmut Lent zeigt. Die Gescichte geht in etwa wie folgt: die Familie schaltet eine Todesanzeige – die entspricht nicht den Veröffentlichungsstandards der NS-Diktatur und enthält zudem Verweise auf Jesus und die Bibel. Die Gestapo nimmt eine Untersuchung auf aber: Erlösung: der strahlende Held hat selbst diese Formulierung verfügt und rettet so seine Familie vor dem KZ. Dazu noch ein Bild der kleinen Tochter und das Bild des “Guten Christen” ist komplett und gibt denen Hoffnung, die “auch”am System zweifeln.

Doch auch im Jahre 2016 ist eben dieses Propaganda-Produkt unerkannt auf fruchtbaren Boden gefallen. Eine Rotenburger Initiative hatte sich zum Ziel gesetzt, nachzuweisen, dass Helmut Lent “kein Nazi” gwesen sei, weil  die die Vermutung hatten, dass ein “Nicht Nazi” als Namensgeber für eine Kaserne akzeptabel sei, ein Nazi jedoch nicht – und sie den Verdacht er könne einer sein ausräumen wollten. Dann fiel ihnen dieser Zeitungsartikel in die Hände – und so wurde wieder eine Geschichte daraus. Lent käme aus einem christlichen Elternhaus (was zutrifft) und hätte Zeit seines Lebens eine “innere Distanz” zum Nationalszialismus gehabt – und diese wegen soldatischen Pflichtgefühl, Vaterlandsliebe und Angst vor Repressalien erst posthum öffentlich gemacht. Der Zeitungsartikel  war für diese Geschicht wie gemacht. Und so taucht er dann in einem Gutachten des ZMSBw auf und in viele Reden und Interviews und schriftlichen Stellungnahmen. Nur: wahr war die Geschichte leider nicht.

 

Fake News aus dem Jahre 1944

Faken News im Jahre 1944 – mit auffallenden Fehlern.

 

Auffälligkeiten, Fehler und Widersprüche

Die Enttarnung des Propaganda Flugblattes begann mit einer Dokumentation der Widersprüche, und Fehler im Artikel.

  • Ein Fehler ist die falsche Bildunterschrift. Helma Elisabeth Lent wurde einen Tag vor Lents Tod geboren.- daher wird die Geburt auch in der abgebildeten Anzeige angezeigt. Die Bildunterschrift lautet jedoch “Helma Elisabeth betrachtet ein Bild ihres gefallenen Vaters. Das Bild zeigt jedoch die ältere Tochter Christina. Am Ende des Textes heißt es zudem “Lena Lent ist die Tochter eines Hamburger Fabrikbesitzers und hat ein Kind aus der Ehe” – obwohl in der Anzeige die Geburt eines Babys vermeldet wird, und ein offensichtlich älteres Mädchen ein Bild ihres Vaters hält.
  • Auf der rechten Seite liest man, dass Oberst-Leutnant Len in Vorahnung seines Todes seine eigene Todesanzeige selber abgefasst habe und ausdrücklich auf jede Bezugnahme auf “den oder die nationalsozialistische Idee” untersagt habe. Hier wurde offenbar der “Führer” vergessen, es hätte wohl “Bezugnahme auf den Führer oder die nationalsozialistische Idee” heißen sollen.
  • Die Formulierung “für Führer Volk und Vaterland gefallen” traf auf Helmut Lent nicht zu, weil diese ja nicht “gefallen” war, sondern bei einem Unfall ums Leben gekommen war – der zudem als Pilotenfehler nach Ausfall eines Motors im Landeanflug auf Paderborn auf einem Überführungsflug bewertet wird. Auffallend ist auch, dass die erste Todesanzeige ebenfalls nicht die angeblich geforderte Floskel enthielt.
  • Im Buch “The Lent Papers” wird aus einem Brief der Schwägerin Helmut Lents, Hertha Lent, der Frau von Pastor Joachim Lent zitiert. Darin schildert sie, dass es einen Widerstand beim General-Anzeiger gab, Jeremia 31,3 und die Formulierung “im festen Glauben an Jesus Christus” in die Anzeige aufzunehmen. Obwohl sie sich empört, weist sie nicht darauf hin, dass ein letzter Wunsch eines der großen Helden nicht berücksichtigt werde. Hinzu kommt, dass sie aussagt, Ihr Bruder Johannes hätte diese Episode in seiner Andacht für Helmut Lent am Reformationstag am, 31.Oktober in Pyrehne im kleineren Kreise erzählt – ebenfalls ohne zu erwähnen, dass die Formulierung auf einen letzten Willen Helmut Lents zurückgeht. Die Formulierung, die sie dort nennt, lautet: (Englisch, da den “Lent Papers entnommen) Believing in his Saviour Jesus Christ, my beloved husband, my ever-cheerful life’s companion, the good father of little Christina, our dear son an brother, eded his young life in the Service of his beloved Fatherland. We take Comfort in the word of God, Jeremiah 31,3 “Yeah I have loved thee with an everlasting love: therefore with loving kindness have I taken thee unto me” followed by our signatures. The newspaper refused to print our announcement.  Sie schreibt weiter, dass diese Passage in der Kopie der Gedenkansprache fehlt, aber wörtlich übereinstimmt.  Es ist unklar, welcher Teil dieser Anzeige auf Basis einer Vorausverfügung Helmut Lents entstanden sein soll.
  • In den Erinnerungsbüchern im Staatsarchiv und Stadtarchiv Stade wird keine Problematik erwähnt, die mit einer Todesanzeige zusammenhing.
  • Es gibt außer diesem Artikel und seiner Erwähnung im Buch “The Lent-Papers” keinen Hinweis oder Nachweis dieser Epsiode, also keinen zweite Verbindung, einen Kommentar oder Erwähnung an anderer Stelle. (Wenn sich das ändern sollte – führe ich das gerne hier auf). Hinchcliffe schreibt in seinem Buch auf Seite 282 “The article in the Deutsche Allgemeine Zeitung in January 1945 is translated in the text. In einer Fußnote auf Seite 283 weist er auf den falsch wiedergegebenen Namen des abgebildeten Mädchens hin. Er gibt an, die Traueranzeige sei am 24. November in der DAZ erschienen – das steht jedoch im Artikel der “Nachrichten für die Truppe“. Er schreibt dort jedoch auch dass die Zeitung einen Text abgelehnt hatte, der “drafted by the family” – also von der Familie entworfen war.

Dann der Versuch, das Erscheinungsdatum zu verifizieren und die Google-Suche nach “Nachrichten für die Truppe” Mit dem Ergebnis, dass es sich um eine Ausgabe von Nachrichten für die Truppe handelt

Ein Typographischer Abgleich

  • Ein Schriftvergleich legt nahe, das es sich tatsächlich um eine Seite aus “
  • e” handelt Dazu wurden zwei  “Seite 3” beigestellt – es zeigt sich, dass die Typographie und das Layout identisch sind.  (Serifenlose Schrift ind Kapitalen  über dem Strich, “Seite” in normalerGroß/Kleinschreibung, Serifenschrift Fett für die Überschrift)
    Ausgabe 9. März 1945Ausgabe 9. März 1945

    Schriftvergleich Ausgabe 9. März 1945

    Nachrichten für die Truppe

    Kopfzeile des Artikels zu Helmut Lents Todesanzeige

  • Schriftvergleich Ausgabe 17.03.1945

Damit stand fest: der Artikel entstammt tatsächlich den Nachrichten für die Truppe – und ist somit eine Fälschung  /Fake News. Doch wie wurde dieser Artikel in der Debatte um den Namesgeber der Lent-Kaserne eingesetzt?

horizontaler Trenner als grafisches Element

Die Folgen

Dieseer “Zeitungsausschnit” ist zum einen in den Lent-Papers abgebildet, zum anderen erscheint er ein einem Dossier, das eine Rotenburger Initiative um den CDU Politiker und Eherenbürger Friedrich Kuhle erstellt hatte. Dieser führte eine Gruppe an, die gegen die Umbenennung der Lent-Kaserne aktiv geworden war und den bereist begonnenen Umbenennungsprozess stoppte. Eine der Aktivitäten war die Beauftragung eines Gutachtens beim ZMSBW auf Basis eigens dafür zusammengestellter Dokumente, darunter dieser Zeitungsartikel. Diesen kommentierten Sie in einer Anlage:

Kommentar Organisation Kuhle zum Artikel

Kommentar Organisation Kuhle zum Artikel

Die Anzeige, die bei Hinchcliffe noch als “drafted by the family” bezeichnet wurde, wird hier falsch dargestellt. Es wird behauptet, Helmut Lent hätte seinen eigenen Nachruf verfasst und “diesen Nachruf” hätte die Familie dem Generalanzeiger übergeben. An dieser Darstellung ist zusätzlich falsch. Auch die  “politisch korrekte” Form der Anzeige enthielt keine Führerformel – und trotzdem eckte  sie nicht an.

Todesanzeige Helmut Lent

Todesanzeige Helmut Lent im General Anzeiger – bseschrieben als “The Lent family’s announcement”

 

Diese Informationen wurden auch  beim ZMSBw in einem Gutachten verwertet. Darin schrieb der Gutachter ZMSBw/FB II/OTL Dr. Vogel 

Es ergeben sich: “einige Hinweise auf eine innere Distanz” Lent sei “weitgehend angepasst und systemkonform” gewesen, hätte eine “nach außen gezeigte Loyalität eines Soldaten zum Regime” bewiesen aber am Beispel einer “wahrscheinlich auf ihn zurückgehenden Formulierung seiner Todsanzeige” sein ein Hinweis Lent sei “sehr wahrscheinlich” kein “Nazi im eigentlichen Sinne gewesen.” . Das Gutachten zählt 8 Anhaltspunkte auf, die möglicherweise darüber Aufschluss geben, weches Verhältnis Helmut Lent “tatsächlich”zum Nationalsozialismus hatte.Der 8. Anhaltspunkt ist die Todesanzeige

Gutachten Helmut Lent Todesanzeige

Der 8. Anhaltspunkt aus dem Gutachten Vogel vom ZMSBw

Dieser Punkt wird im Fazit des Gutachtens besonders hervorgehoben



Auch in anderen Teilen ist das Gutachten eher schwach hier eine Kurzübersicht über die ersten 7 Punkte:

  1. NSDAP – er war zu jung, um in die NSDAP einzutreten – das Wehrgesetz verbot politische Betätigung für Soldaten und wurde erst 12 Tage vor seinem Tod geändert
  2. keine Kriegsverbrechen  – man kann auch ohne Ideologie Verbrechen begehen und  mit Ideoelogie keine Verbrechen
  3. Beurteilung – Lent war Geschwaderkommodore und befehligte ca. 1500 Soldaten in 4 Gruppen – und eine weitere Beförderung soll von Hitler befürwortet worden sein (Fraschka)
  4. Lena Lent – Lent lernte Lena über “Fanpost” als blondierte “Elisabeth Petersen” kennen, man traf sich ertmalig persönlich im Reichshof in Hamburg. Zu dem Zeitpunkt hatte sie bereits einen Arier-Nachweis.
  5. Zwangsarbeiterin – stark relativierend – “jeder hatte einen”. Eine neutrale Aussage mit wenig Gewicht.
  6. Christliche Prägung – kein Wert an sich. Lent schrieb ” Denn gerade Soldatentum und Christentum haben so vieles gemeinsam, was nur der ermessen kann, der beides zu sein bemüht ist.”
  7. Bruder in Haft – dessen Unschuld konnte bewiesen werden – Lent schrieb “ich fordere keine Gnade, nur Recht” – er ging kein Risiko ein.

 

Wer bezieht sich auf diese Gutachten?

  •  Lars Klingbeil, SPD Generalsekretär
    “Wenn Sie mich nach meiner persönlichen Meinung fragen halte ich eine Beibehaltung des Namens Lent-Kaserne in Einbeziehung aller mir vorliegenden Gutachten und Bewertungen für vertretbar. Vor allem die Aussage des Zentrums für Militärgeschichte wonach Lent „kein Nazi im eigentlichen Sinne war“ ist hier für mich entscheidend. ”
    “Klingbeil, Mitglied im Verteidigungsausschuss, versichert: „Nach allem, was wir heute wissen, war Helmut Lent kein Nazi im eigentlichen Sinne.
  • Andreas Weber, SPD, Bürgermeister Rotenburg/Wümme
    Zu den Befürwortern der Namensbeibehaltung gehören sowohl Landrat Hermann Luttmann (CDU) als auch Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Ihre Begründung: Ein neues Gutachten des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften (ZMS) der Bundeswehr sei zu dem Ergebnis gekommen, Lent sei „wahrscheinlich kein Nazi im eigentlichen Sinn“ gewesen.
  • Hermann Lutmann, CDU, Landrat Landkreis Rotenburg (gleiche Stelle),

    Landrat Hermann Luttmann (CDU) „würde es begrüßen, wenn es bei dem Namen Lent-Kaserne bliebe“, beteuerte er am Dienstag. „Der Gutachter hat keinerlei belastbare Beweise gefunden, dass der seit 1941 mit einer Russin verheiratete Helmut Lent eine nationalsozialistische Gesinnung hatte. Indizien aus seinem familiären Umfeld sprechen vielmehr dafür, dass er im Gegenteil eher ein Gegner des Nazi-Regimes war. (…)  Mit „einigem Wohlwollen“ könnte man sogar sagen, dass die Namensgebung der Kaserne auch heutigen Richtlinien der Bundeswehr entspricht

    Luttmann, der selbst zwei Jahre lang in der Kaserne gedient hat, macht sich die Position von Generalstaatsanwalt a. D. Jürgen Dehn zu eigen, der in seiner Expertise über Lent zu folgendem Ergebnis kommt: „Allein die Tatsache, dass Lent in großer Zahl britische Bomber abgeschossen hat, macht ihn (Anm. d. Red.: als Namensgeber) nicht ungeeignet.“ Lent habe die Zivilbevölkerung in den deutschen Großstädten vor den massiven Luftangriffen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg verteidigt. Die Person Lent zeige, wie fliegerische Begeisterung und soldatische Pflichterfüllung zu einer Verstrickung in ein Unrechtsregime führten. Dehn: „Er war ein guter Soldat im Dienst einer schlechten Sache.“ Dehn zufolge war Lent nicht einmal Mitglied der NSDAP..

    Für mich als Juristen gilt die Unschuldsvermutung“, sagt Luttmann. „Er hatte nichts gemein mit der widerlichen NS-Rassenideologie.“ Folglich müsse man auch nicht an der Benennung der Kaserne rütteln.
    (Kreiszeitung)

  • Jürgen Dehn, Generalstaatsanwalt a.D.
    So enthielt eine nach seinem Tode in der Deutschen Allgemeinen Zeitung erschienene Todesanzeige nicht die obligatorische Floskel “Gefallen für Führer, Volk u nd Vaterland “, sondern ein deutliches Bekenntnis zum „festen Glauben an Jesus Christus“. Den Text hatte Lent vorausschauend selbst verfasst und eine Bezugnahme auf den Nationalsozialismus untersagt. Dies konnte die alsbald von der Gestapo verhörte Familie nachweisen. Das Verfahren musste daher eingestellt werden. Sein christlicher Glaube war es sicher auch, der ihn furchtlos gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft aufbegehren ließ.(in einem Vortrag vor der Abstimmung der Vertrauensleute vor Soldaten in der Lent-Kaserne
  • Klaus Rinck, CDU Fraktsionssprecher im Rat der Stadt, Kreistagsmitglied
    “Es ist grotesk, dem Soldaten Lent seine militärische Tapferkeit zum Vorwurf zu machen. Seine Aufgabe bestand darin, als Nachtjäger zu verhindern, dass die deutsche Zivilbevölkerung von alliierten Bomberpiloten getötet wird. Zudem stellt ein neueres und umfangreicheres Gutachten des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr fest, dass Lent dem Nationalsozialismus aufgrund der starken Prägung durch sein christlich-protestantisches Elternhaus distanziert gegenüberstand.”
  • Kathrin Rösel, CDU, Bundestagskandidatin für den Wahlkreis
    Die vor einigen Jahren gestartete Initiative zur möglichen Umbenennung der Kaserne beruhte auf der fälschlichen Einschätzung, dass es sich bei Helmut Lent um einen dem Nationalsozialismus nahestehenden Soldaten gehandelt habe. Diese Annahme ist mittlerweile durch die Forschungen engagierter Rotenburger Bürger und des Zentrums für Militärgeschichte der Bundeswehr widerlegt worden

 

 

 

 

Hintergrund: Nachrichen für die Truppe

Diese Publikation wurde war ein Propaganda-Flugblatt in Form einer mehrseitigen, scheinbar von der deutschen Wehrmacht erstellten Militärzeitung, die von der 8. US-Luftflotte in der Endphase des Zweiten Weltkrieges zwischen dem 25. April 1944 und Anfang Mai 1945 per Flugzeug über Deutschland abgeworfen wurde.  Diese „Nachrichten“ wurden in Großbritannien von eine Team aus ca. 25 Redakteuren zusammengestellt. Weitere 70 bis 80 Personen waren anschließend für Druck und für die Verteilung an die verschiedenen Flugplätze zuständig. Im Gegensatz zu anderen Propagandadruckschriften bildeten die „Nachrichten“ eine Ausnahme, weil sie von einem speziellen Redaktionsteam von PID/- und OSS-Personal für die PWD produziert wurden.

Die Texte waren aktuellen Inhalts und stammten u. A. aus dem Radioprogramm des ebenfalls von den Alliierten in deutscher Sprache betriebenen Soldatensenders Calais, dessen Inhalte z. T. am folgenden Tag in gedruckter Form in den „Nachrichten“ erschienen. Die Meldungen stammten sowohl aus alliierten als auch aus deutschen Quellen. Die Auflagenstärke lag zwischen 750.000 und einer Million Exemplare.

Bei den „Nachrichten“ handelte es sich um sogenannte „graue“ Propaganda, einer Mischung aus Berichten über tatsächliche Ereignisse an den verschiedenen Fronten sowie aus Informationen von der „Heimatfront“ in Deutschland. Neben wahrheitsgemäßen Schilderungen der militärischen Lage in der Endphase des Zweiten Weltkrieges, insbesondere der militärischen Überlegenheit der Alliierten an allen Fronten, wurde auch gezielt Desinformationen gestreut, um die Leser zu verwirren und zu demoralisieren.

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2 Kommentare auf "Fälschung enttarnt – Historiker sind Propaganda Magazin aufgesessen"

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Jakob Knab
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Es gibt auch einen echten Möldersbrief vom Herbst 1940. Hier ein Auszug: “Ich könnte Ihnen dann viel aus meinem Leben erzählen. Ein schnelles erfolgreiches Soldatenleben, welches mir mit dem Feldzug in Spanien, Aufenthalt in Rom und Athen auch Gelegenheit gegeben hat, mich in der Welt umzusehen. Ich habe viel Freude erlebt, wenn ich auch die andere Seite kenne. Ich werde weiter meine Pflicht tun und danke ihnen herzlich für Ihr Gebet beim hl. Opfer, auf welches ich fest vertraue. Ich habe Gott oft dafür gedankt und weiß, dass ich heute unter seiner Fügung wirke“. Damit brachte Mölders den Dreiklang von… Weiter lesen »