Scharf links kritisiert Gleichsetzung der NVA mit der Wehrmacht

Die Online-Zeitung “scharf-links” kritisiert den Entwurf des neuen Traditionserlasses und die darin enthaltene Feststellung, die NVA sei, wie die Wehrmacht nicht für die Begründung von Traditionen geeignet. So schreibt dort der Autor René Lindenau in seinem Artikel

“Nachfolgend widmet man der NVA ein paar Zeilen. Ihr Tradtionsverständnis und Fahneneid hätten sich aus ihrem Selbstverständnis als sozialistische Klassen – und Parteiarmee abgeleitet, die von der SED geführt zu ihrer Herrschaftssicherung beitrug. Aber sie konnte auch friedlich (!) davon loslassen – durch das verantwortungsvolle Handeln hoher NVA-Offiziere (siehe Horst Stechbarth in „Soldat im Osten“,S. 217ff). Jedoch soll das im neuen Traditionserlass offenbar keine positive Würdigung erfahren.”

Kritik an der historischen Einordnung der NVA

“Hinzu kommt auch die undifferenzierte Einordnung der NVA in das Traditionsbild der „Armee der Einheit“. So werden die Wehrmacht und die NVA wortgleich als Institution eingestuft, die für die Bundeswehr keine Tradition begründen würden. Immerhin haben die DDR-Streitkräfte keine Raubkriege und keinen Völkermord in ihrer kurzen Militärgeschichte zu verantworten. Alles ohne Bedeutung?”

Insgesamt nähert sich der Autor jedoch nun oberflächlich und tendenziell polemisch der Problemstellung. Es ist überraschend, wie stark der Duktus rechten Kreisen ähnelt, wenn kritisiert wird “Was ihre militärische Kompetenz angeht, den Frieden zu sichern und zu erhalten, ist auch zweifelhaft, wenn man bedenkt, das (Stand November 2016 ) nur 28 von 74 Tornado Flugzeugen und 2 von 4 U-Booten 212 A einsatzfähig (ZEIT online, 20.04. 2017) waren und das von 244 Leopard 2 Panzern nur 95 gefechtstüchtig (stern, 17. 11. 2017) sind.”

In seinem Einleitung-Absatz legt er in dieser Beziehung deutlich vor: “Der österreichische Dirigent und Komponist, Gustav Mahler, nannte Tradition Schlamperei. Diesen Eindruck könnte man haben, wenn man bedenkt, das der letzte Traditionserlass 1982 von Hans Apel (SPD) verabschiedet wurde. Denn was ist seitdem alles passiert; Helmut Kohl, die Deutsche Einheit, eine rot-grüne Episode; die dafür um so eindrücklicher und folgenreicher bis heute: seit 1945 erneut Kriege mit deutscher Beteiligung. Auch so eine Tradition Und schließlich immer noch das „Ostprodukt, Angela Merkel, im Kanzleramt.”

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René Lindenau
René Lindenau
3 Jahre her

Ich habe ehrlich Zweifel, ob es noch Sinn macht, hier zu kommentieren, wenn man gleich in die rechte Ecke gestellt wird, obwohl man den Beitrag nur polemisch, ironisch und pointiert formulieren wollte.
Tut mir leid…
René Lindenau