Mauergedenken am Jungfernse -und ein historischer Kompass für deutsche Soldaten

Ein historischer Kompass für deutsche Soldaten

Maßstäbe in Sachen historischen Gedenkens hat wieder einmal das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) gesetzt. Zusammen mit dem Verein „Erinnerungsorte Potsdamer Grenze“ haben Historiker des ZZF einen Gedenkpfad für den Jungfernsee kuratiert, der an die einstige Grenzsituation der Berliner Mauer zwischen Potsdam und Sacrow erinnern soll. Im neuen Jahr wird das Vorhaben mit Mitteln der Stadt umgesetzt.

Workshops zum neuen Traditionserlass

Aber es gibt neue Gesichter in den Potsdamer Geistes- und Sozialwissenschaften, so etwa Jörg Hillmann, der als neuer Kommandeur im September die Führung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam (ZMSBw) übernommen hat – unter anderem, um den historischen Kompass der Soldaten zu justieren und ihr Wertegerüst zu stärken. Auch fanden hier in diesem Jahr im Beisein von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Workshops zu Überarbeitung des Traditionserlasses der Bundeswehr statt – unter der Überschrift „Kostbares Erbe oder drückende Last der Vergangenheit?“, um überlieferungswürdige Werte und soldatische Vorbilder zu definieren.

Menschenführung im 20. Jahrhundert.

Am ZZF finden regelmäßig Veranstaltungen statt, so auch zur Frage der “Menschenführung im 20. Jahrhundert“. Bei einerem zweitägigen Workshop im Oktober 2017 wurde dieses Thema erörtert. Denn zwischen dem nationalsozialistischen „Führerprinzip“ und modernen Methoden der betrieblichen Menschenführung scheinen Welten zu liegen. Selbst in liberalen Demokratien wird jedoch der Ruf nach einem „starken Führer“ salonfähig. Dieser schlägt sich nicht nur in Umfragen und Demonstrationen nieder, sondern immer häufiger auch in Wahlergebnissen. Daher ist die Geschichtswissenschaft gefordert, der historischen Entwicklung und Wirkmächtigkeit von Führer- und Führungskonzepten in der Zeitgeschichte nachzugehen. Die Auseinandersetzung mit Konzepten, Semantiken und Praktiken von Menschenführung in der Geschichte des 20. Jahrhunderts soll einen Beitrag zur Beantwortung der Frage leisten, wie die Attraktivität von „Führung” zu erklären ist, welche semantischen Traditionen dafür eine Rolle spielen und welche gesellschaftlichen Erfahrungen und Erwartungen sich damit verbanden und immer noch verbinden. Ein Kurzvortrag mit dem Titel unter dem Titel “Reform auf Ruinen? Das Konzept der Inneren Führung der Bundeswehr” ging auf die Veränderungen in der Führungskultur als Reaktion der Erfahrungen der Diktatur des Nationalsozialismus ein.

 

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