Marc Andreßen – Rotenburger Initiative für die Umbenennung

Mein Name ist Marc Andreßen. Ich bin 49 Jahre alt, der Betreiber dieser Website und mag nicht über mich in der dritten Person schreiben.

Ich wohne in Rotenburg und bin beruflich Experte für IT-Sicherheit und Compliance und Risk Management. Ich bin als CISSP, CISA und CRISC zertifiziert und habe viele Jahre internationale Unternehmen und Banken im Rahmen von Projekten als Projektmanager oder Consultant betreut. Zwischen Projekten habe ich Pause – und Zeit. Zeit z.B. für andere Themen, wie dieses. Ich habe berufsbedingt eine gewisse Fähigkeit, mich schnell in komplexe neue Sachverhalte einarbeiten zu können. Wenn man z.B. die Projektleitung für die IT-Sicherheit eines inernationalen Konzerns übernimmt, hat man auch nicht lange Zeit, um sich einzuarbeiten.

Ich bin Mitgllied in verschiedenen Vereinen und Organisationen, die Themenbereiche und Positionen vertreten, die mir wichtig sind.

  • Bündnis 90/ die Grünen – Ich bin  (Stand Januar 2018) Sprecher des Ortsverbandes Rotenburg
  • Darmstädter Signal – Mitglied im Förderkreis
  • ISACA – Berufsverband der IT-Auditoren
  • G.D.D. – Gesellschaft Deutscher Datenschützer
  • B.U.N.D. – Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland
  • NaBu – Naturschutzbund Deutschland
  • ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club
  • VCD – Verkehrsclub Deutschland
  • und noch einigen mehr

 

horizontaler Trenner als grafisches ElementWarum Lent?

Ich wurde auf das Thema Lent aufmerksam, als es am 22.09.216 in der Zeitung hieß “Die Kaserne soll einen neuen Namen haben – aber das wollen wir nicht und darüber stimmen wir kommende Woche ab” Mit einer Meldung ähnlich wie die traten 2016 die beiden Herren Andreas Weber (Bürgermeister) und Hermann Luttman (Landrat) gemeinsam vor die Presse. Mir fehlte die von der Verwaltung und Politik initiierte öffentliche Diskussion. So wie die Aktion angesetzt war, erschien mir das wie eine  Überrumpelungstaktik. In der Zeitung hieß es:

Seit über zwei Jahren wird darüber diskutiert, ob die Rotenburger Lent-Kaserne einen neuen Namen braucht. Die Benennung nach dem Luftwaffenoffizier der Nazi-Zeit sei nicht mehr zeitgemäß, hatte das Bundesverteidigungsministerium gerügt. Doch intensive historische Studien haben das Bild etwas verändert. Kommende Woche wollen Landrat Hermann Luttmann (CDU) und Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) Kreistag und Stadtrat empfehlen, sich für die Beibehaltung des Kasernennamens einzusetzen.

Ich bin vielleicht etwas empfindlich – aber ich stolpere schon über solche Absätze: “Benennung nicht mehr zeitgemäß” aber “Studien haben das Bild verändert”? – Jetzt also doch “zeitgemäß“? Hatte das Bundesverteidiungsministerium gerügt “der Name ist nicht mehr zeitgemäß”  – oder hatte das Kommando Heer gebeten, zu überprüfen, ob der Name der Kaserne sowohl mit dem Traditionserlass von 1982 als auch mit der gelebten Tradition der Soldaten in Einklang zu bringen ist? Ein Blick in den Traditonserlass sagt “Namensgeber sollen sich um Freiheit und Recht verdient gemacht haben” – das macht dann schon neugierig auf die “intensiven Studien” und die Antwort auf die Frage, wie Helmut Lent das wohl gemacht hat. Es heißt auch im Traditionserlass, dass “ein Unrechtsregime wie der Nationalsozialismus Traditionen nicht begründen kann”. Tradition ist auch keine “Gewohnheit” sonden “Die Überlieferung  von Werten und Normen” – so steht dies seit 1982 im Traditionserlass. Es ging gleich weiter im nächsten Absatz:

Luttmann habe sich intensiv mit der Thema beschäftigt, auch weil er 1978 und 1979 selbst Soldat in der Kaserne gewesen sei. Mit seinem Antrag im Kreistag, den in ähnlicher Form auch Rotenburgs Bürgermeister ebenfalls am Donnerstag im Stadtrat einbringen will, hofft er, der Entscheidungsfindung in der Kaserne einen Impuls geben zu können.

Es war also eine Initiative der beiden Verwaltungen – nicht etwa der Parlamente oder eine der Fraktionen – und ein Impuls bei der Entscheidungsfindung sollte gegeben werden. Das klang aus zwei Gründen seltsam: erstens wurde ein “Findungsprozess für einen Neuen Namen initiiert” Und Kasernenkommandant Vogel hatte sich Mühe gegeben und das zu erwartende sehr übersichtlich geschildert:

“Derzeit gebe es also keinen Vorschlag für einen neuen Namen, weil der Findungsprozess gerade erst mit einem Schreiben des Kommandanten an die Dienststellenleiter der Lent-Kaserne eingeleitet worden sei. Bei der Beurteilung, ob Persönlichkeiten der deutschen Militärgeschichte für die Bundeswehr überlieferungswürdig sind, könnten nicht nur soldatische Haltung und militärische Leistungen zugrunde gelegt werden, so Vogel. Ausschlaggebend sei vielmehr, ob ihre Gesamtpersönlichkeit und ihr Gesamtverhalten beispielgebend in die heutige Zeit hineinwirkten. Nachdem ein Einvernehmen zu einem Namensvorschlag erzielt wurde(1) – innerhalb der Kaserne soll über die eingegangenen Namen abgestimmt werden –, sei die Zustimmung des Inspekteurs des Heeres einzuholen(2). Darüber hinaus werde auch das Einvernehmen mit der Stadt Rotenburg angestrebt.(4) „Sollte es dazu kommen, dass die Benennung nach einer verdienten Persönlichkeit gewünscht wird, so ist die schriftliche Zustimmung der nächsten Angehörigen oder Nachkommen einzuholen“(3), erklärt Vogel das recht aufwendige Prozedere. Letztendlich habe die Bundesverteidigungsministerin den Namen abzusegnen. Und wenn das alles geklappt hat, werde es auch eine sehr feierliche Namensänderung geben, verspricht Schweda.Solche Umbenennungen seien aus Sicht der Bundeswehr dort geboten, wo die derzeitige Namensgebung nicht mehr den Anspruch auf Sinnstiftung für den Dienst in der Bundeswehr im Sinne des Traditionserlasses erfülle.”

Das steht ja auch so auf der Homepage der Bundeswehr: ein Klar geregeltes Verfahren”. Von einem Impuls des Landrats” steht da nichts. Der erste Schritt war dann, aufzuzeigen, dass es “bessere Alternativen” geben könnte – so entstand kurzfristig die Idee der “Helmut-Schmidt-Kaserne”. Nichs alsoo von “zeitgemäß”, “dem Zeitgeist opfern” oder “Hexenjagd” oder “linksgrüne Schilderrstürmerei” wie der Fraktionsvorsitzende der CDU Klaus Rinck in einer Pressemitteilung verlauten lies. Nein: ein Prozess, der von den verantwortlichen Soldaten der Kaserne eingeleitet wurde – und der einem definierten Prozess folgt und für den inhaltliche Kriterien bestehen – und zwar bereits seit 1982

Ich habe dann begonnen- denn ich hatte gerade Zeit – mich intensiver einzuarbeiten. Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen, Stellungnahmen, Vergleichsfälle etc. Nur was ich aus Rotenburg aus der Politik hörte – das war sehr überwiegend unsachlich (und man muss sich hier nur auf der Seite umschauen, um Beispiele dafür zu finden). Für den Traditionserlass schien sich niemand zu interessieren weder wörtlich, noch von seiner Intension her. Tradition wurde allgemein mit “Gewohnheit” gleichgesetzt und das Verständnis der “Sinnstiftung” gipfelte in der Idee, den Kasernennamen als “Stolperstein” für das Gedenken an “verführte, missbrauchte Soldaten” zu erhalten – deren Namenspatron dann Helmut Lent sein solllte. Auch aus der Kaserne heraus blieb es auffallend Ruhig. Yorck Buchholtz saß zwar in der reihe mit Friedich Kuhle bei der Abstimmung im Rat der Stadt und schüttelte den Kopf, als ein Redner sagte, man müsse den Traditionserlass als Maßstab nehmen – doch da sagte gleich der Bürgermeister – das gelte bei Umbenennung – aber nicht, wenn man gar nicht umbenennen möchte.

 

Was in sochen Fällen mache: ich frag’ mal nach. In diesem Fall beim Kommando Heer, das mir auch antwortete:

Schreiben des Kommando Heer zur Lent Kaserne

Schreiben des Kommando Heer zur Lent Kaserne

Soso – da hat also im September 2016 der Herr Yorck falsch genickt und Bürgermeister falsch erklärt – und vn Kommunen steht dort auch nichts. Und so geht das jetzt seit 15 Monaten. Irgendjemand sagt etwas – und es stimmt einfach nicht. Hier mal ein neueres Beispiel: Sie erinnern sich an dn “Impuls” von weiter oben und den Prozess, den Kasernenkommandant Vogel beschrieben hatte und die Stellungnahme vom Kommando Heer? Dann hören Sie hier mal rein. Andreas Weber, der Bürgermeister erklärt bei 0:50: “Also wir haben im Septmber letzten Jahres eine Ratsentscheidung herbeigeführt, nachdem wir aufgefordert worden waren vom Bundesverteidigungsministerium als die Diskussion vor zwei Jahren bereits hochgekommen war.

Die Gruppe um  den Herrn Kuhle wurde mir durch Googlen auch ein wenig suspekt. Zum einen war Ernst Ulrich Pfeiffer mit von der Partie und auch zum ehemaligen Kasernenkommandanten Rolf Damke.  Die beiden haen mich zum einen einen kleinen Exkurs zum Thema “Stille Hilfe” und zum anderen “Widerstand gegen das Jüdische Museum Cohn Scheune” verleitet. Da war dann auch die Geschichte des “Heimatbundes” nicht weit – man stolpert dann auch eben über dies und jenes. Dabei fällt dann auf dass Bücher in Rotenburg erschienen, die  auf seltsamen Listen wieder auftauchen. Die Kurve zur Lent Kaserne bekommt man dann irgendiwe auch wieder hin – google hilft – jemand, der offenbar Dienst in der Lent-Kaserne, Sportabzeichen und Stille Hilfe offenbar unter einen Hut bekommen konnte. Aus den Projetmanagement kennt man ja die “Stakeholder-Analyse“. Ohne hier jetzt zu werten, dachte ich mir: das kann ja spannend werden. Und irgendwie ist es das ja auch.

Dass zum Beispiel ein ehemaliger Kommandant der Kaserne so einen (…) Text mitträgt:
“Eine Umbenennung der Lent-Kaserne wäre eine Ehrabschneidung der Familie Lent. Die Töchter von Helmut Lent leben noch und wurden über die beabsichtigte Namensänderung wegen “Nazi-Verdachts” nicht informiert. Ihnen wurde keine Gelegenheit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Das ist vor dem Hintergrund der äußerst mangelhaften wissenschaftlichen Arbeit des ZMSBw Potsdam und deren sehr fraglichen Ergebnissen ein Schlag ins Gesicht der Familie und grenzt an Verleumdung.”

Ich hätte jetzt erwartet, dass er als Oberst a.d. den Traditionserlass von 1982 kennt und auch den Vorgang, so wie ihn sein Kamerad Vogel beschrieben hat. Der müsste doch eigentlich sagen: “Halt, Kollegen! Her geht es nicht um einen “Nazi-Verdacht”, hier geht es um einen “Generationswechsel” bei der Identitätsstiftenden Namemsgebung für zukünftige Soldaten. Die Kaserne ist gerade quasi “leer” das Jägerbatalion 91 wird neu aufgestelllt und kann noch keine eigene Identifikation mit dem Namen Lent-Kaserne haben. Der Zeitpunkt ist optimal – lass die man machen. Und: Lent passt schon seit 1982 nicht in die Definition desd Erlasses – seine “Übergangsfrist” läuft gerade aus – das ist der Gang der Dinge – und die Bundeswehr ist alt genug um “eigene Traditionen” zu bilden – und wenn sie das nicht hat, dann sollte sie schleunigst damit anfangen.” Hat er aber nicht.

Und ich sitzte dann da, und frage mich, was in den Köpfem der Leute so abgeht.  Glücklicherweise kann ich mich mit einigen Freunden des Traditionserlasses austauschen und bekommen recht viel positives Feddback – in Rotenburg  nur eher “unter den Hand” – was etwas komisch ist aber gerne angenommen.Ich denke mittlerweile kann man in etwa erkennen was sich so mache – in Bezug auf Lent.. Ich denke ja immer: gut vielleicht bekommen die Leute noch die Kurve. Aber nun nach der Beschwerde von Herrn Fricke (mit der ich übrigens nichts zu tun habe – der kommt von ganz alleine darauf) Und er Abstimmung im Rat (war die notwendig?) zu der ich mich im Vorfeld mit keiner Fraktion kurzgeschlossen habe (auch die kommen von alleine drauf, was sie tun oder nicht tun) werde mich mal wieder etwas instensiver mit Lent befassen. Wie das dann aussehen kann, sieht man z.B. hier und hier.